KURT BUCHWALD


Stripes


Stripes

Röderhof (Huy), 2000

 

Mit der Serie Stripes verzichtete Buchwald zum ersten Mal auf die gegenständliche Realität. Die realen Ausschnitte aus Landschaft und Porträt wurden für einen Aufbau mit einer gestreiften Scheibe und Streifen im Hintergrund ausgetauscht. In dieser künstlichen Situation kam es bei den Aufnahmen zur Auslöschung oder Überlappung der Streifen in Abhängigkeit von der Kameraeinstellung. In diesem Versuchsaufbau wurde durch die Einführung von Farbkeilen, Stäben und Gittern bewusst eine Störung eingefügt. Wie ein Magnet verbiegt ein schwarzer Keil parallele Streifen. Durch die Variationen der Kameraeinstellung entstehen Interferenzmuster. „Der Apparat produziert seine eigenen Bilder, ohne dass sich der vor der Kamera befindliche Zusammenhang ändert.”14 Im Gegensatz zu den Arbeiten, die in den 1980er Jahren entstanden und die Fotografie als ein Medium der Informationsübertragung beschrieben, bezeugen die Stripes die Relativität des Lichtbildes als ein Bild, das aus dem Verfahren selbst entsteht.

 

Fabiola Bierhoff



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