KURT BUCHWALD


Berlin hinter der Blende


Berlin hinter der Blende

Berlin, 1994–1997

 

Die Stadt Berlin ist seit 1982 für Buchwald nicht nur Heimat, sondern auch ein Raum für Experimente und eine natürliche Kulisse für seine Fotoserien, die auch die Veränderung im Stadtbild zeigen (siehe auch: Bernauer Straße, Berliner Mauer). 1994 fotografierte er für die Serie Stadt hinter Längsblende verfallene Häuserfassaden in Prenzlauer Berg. Es ist der Moment vor dem Verschwinden der alten Stadtlandschaft, das Verschwinden vor dem Verschwinden. Die Blende funktionierte hier wieder als “Störstelle”, die den Betrachter aufforderte, die “verschwundene” Stadtlandschaft dahinter zu ergänzen und mit eigenen Interpretationen, Assoziationen und Konstruktionen zu füllen. Eine Wahrnehmung, die bereits im Gedächtnis abgespeichert ist und auf Grund früherer Erfahrungen entsteht. In dieser Publikation werden zum ersten Mal die Adressen der fotografierten Häuser angegeben, damit das heutige Original aufgesucht werden kann. Buchwald zielte mit seiner experimentellen Bildserie nicht nur auf die Wahrnehmung, die uns zugänglich ist, sondern auch auf die elementare Tatsache, dass uns der wesentliche Teil der Welt eigentlich verborgen bleibt. Er beschäftigt sich mit den Kategorien der Unsichtbarkeit und des Verbergens.

 

Fabiola Bierhoff



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