KURT BUCHWALD


Störbilder


Störbilder

Berlin, 1984–1986

 

Die Werkgruppe Störbilder besteht aus 4 Arbeiten: Stehplätze – Störplätze (1984), dem Bildtableau Ein Tag in Ostberlin (1986) und den Serien Die Nacht und Mantelbilder (1988), wobei die Einzelbilder wiederum eigene Titel haben.

 

Die Aktion Stehplätze – Störplätze entstand im Jahr 1984 auf dem Alexanderplatz. Buchwald positionierte eine Kamera mit Stativ auf dem Platz, wählte einen bestimmten Bildausschnitt und verdeckte während der Aufnahme das Bild mit seiner eigenen, in einen schwarzen Mantel gekleideten Gestalt. Damit inszeniert er bewusst eine Handlung des Störens. In der Arbeit Ein Tag in Ostberlin (1986), ein Auftrag der Fotogalerie am Helsingforser Platz in Berlin, stand Buchwald nicht selbst vor der Kamera, sondern ließ eine andere Person seinen schwarzen Mantel tragen. Buchwald konzentrierte sich erneut auf den Hintergrund, der von der Person im Mantel verdeckt wird. Dennoch sind Sehenswürdigkeiten wie der Palast der Republik und das Marx-Engels-Denkmal zu erkennen. Da das Zentrum des Bildes verdeckt bleibt, muss der Betrachter selbst die „ausgelöschte“ Wirklichkeit in seinen Gedanken rekonstruieren.

 

Fabiola Bierhoff



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