Roger Humbert - Fotogramme und Luminogramme


Fotogramme und Luninogramme 1948 – 2005


 

Arbeit im Labor

Katharina Lang

 

Das Hauptwerk von Roger Humbert bilden seine Fotogramme und Luminogramme. Es sind kameralose Fotografien aus der Schaffensphase von 1948 bis 2005. Roger Humbert beginnt sich vom Gegenstand zu lösen und versteht das Licht als entscheidendes, bilderzeugendes Element. Das Fotolabor ist der Schauplatz, das Licht der vermeintlich helle Hauptdarsteller. In der Dunkelkammer spielt sich alles ab – es wird experimentiert, verstellt, angepasst, inszeniert, komponiert. Das Resultat: äußerst subtile Lichtzeichnungen, Fotografie in ihrer reinsten Form. Der Arbeitsprozess der Fotogramme und Luminogramme ist sehr komplex. Der Begriff des latenten Bildes manifestiert sich geradezu in der konkreten Fotografie von Roger Humbert. Unter der Verwendung von Schablonen, Plexiglaselementen und Gittern, eingesetzt im Vergrößerungsapparat, wird der Schichtträger mehrmals und in veränderter Form beleuchtet, ohne dabei etwas vom tatsächlichen, am Ende erst sichtbaren Lichtbild preiszugeben. Die Erlangung des gewünschten Bildresultates erfordert demzufolge einen ungemein präzisen und gekonnten Umgang mit dem Licht, den verfügbaren Elementen, dem Vergrößerungsapparat und seinen Funktionen. Am Schluss offenbart sich das helle Licht als dunkle Instanz. Es ist eine immaterielle Fotografie, die interessiert ist an den Kräften zwischen den Dingen, und nicht an den Dingen selbst. Ausgehend vom Bestreben, mit Licht eigene Strukturen zu erzeugen, beschränkt sich Humbert auf die grundlegenden fotografischen Mittel – Licht und Schichtträger – und koppelt diese an eine freie, subjektive Gestaltungskraft. Seine Arbeiten sind geprägt von einem fast unerschöpflichen Ideenreichtum und zeichnen sich durch Individualität, Ästhetik und Subtilität aus. Es handelt sich um ein einmaliges, für die Geschichte der Fotografie bedeutendes Werk.

 

Working in the Lab

Katharina Lang

 

The photograms and luminograms form the main part of Roger Humbert’s oeuvre — photographs taken without a camera from his creative phase between 1948 and 2005, when Roger Humbert’s departure from the figurative, conceiving light as the decisive element for generating images, began. The photolab is his setting and light his supposedly bright protagonist. Everything happens in the darkroom — experiments, arrangements, modifications, mis-en-scenes, compositions. The result: extremely subtle light drawings, photography in its purest form. The work process behind the photograms and luminograms is very complex. The term latent image downright finds its manifestation in Roger Humbert’s Concrete Photography. Using stencils, Plexiglas elements and grids, which are applied in an enlarger, the film base is exposed several times and in different ways without ever revealing the image which becomes visible only at the end. The desired result thus requires a most precise and avid use of light, the available elements, the enlarger and its functions. In the end, the bright light reveals itself as a dark authority. Humbert’s is an immaterial photography, interested in the forces between things and not the things themselves. Based on his endeavor to create distinct structures with light, Humbert restricts himself to fundamental photographic means — light and the film base — which are coupled with free subjective creative force. His works are informed by an almost infinite wealth of

ideas and distinguish themselves through individuality, aesthetics and subtlety. This is a unique oeuvre, of great significance for the history of photography.




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