THOMAS KNOEFEL - NIGERIA TRANSFER


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NIGERIA TRANSFER

 

„Wenn ich durch die Straßen von Benin City oder Lagos lief, riefen die Menschen mir Eboh hinterher, was in der Edo-Sprache „weißer Mann“ bedeutet. Kleine Kinder rannten weinend und in Angst zu ihren Müttern, weil sie noch nie zuvor einen weißen Menschen gesehen hatten oder vielleicht nur im Fernsehen.“ (T. Knoefel)

 

HELL NIGERIA sollte der ursprüngliche Titel dieses Buches lauten. Da aber der „Ort ewiger Verdammnis“ allein zur christlichen Glaubenslehre gehört, wurde er später in NIGERIA TRANSFER geändert - und dennoch: Dieses Land, sagt Thomas Knoefel, scheint für die nächsten tausend Jahre verloren zu sein. Und es müsste tatsächlich einen Gott geben, um zu retten, was Menschen nicht mehr retten können. Städte wie Lagos oder Benin City sind urbane Kloaken aus Fäkalien, Abfall, Lärm und Gestank. Verwahrlost und in Lumpen lungern Straßenkinder herum; überall sieht man baufällige Häuser, kaputte Autos. Die Armut der Menschen und die Gewalt sind hier zum Greifen nah. In der vorliegenden Publikation wird auf eindringliche Weise ein ungeschöntes, kurzes Porträt dieses von Konflikten zerrissenen Landes gezeigt.

 

Thomas Knoefel reiste ursprünglich für eine Initiation nach Nigeria: Sein Kopf sollte dem Voodoo-Gott Ogun „geöffnet“ und sein Xango mit Geschenken und Anrufungen gefeiert werden. Durch die Freundschaft zu einem nigerianischen Priester war es ihm möglich, Teil einiger Zeremonien und magischer Rituale zu sein, die sonst nur Eingeweihten zugänglich sind; vermutlich wurde vor ihm noch keinem Weißen erlaubt, einem Fest für die Göttin Ayelala, in deren Heiligtum, inmitten der Hilfesuchenden, der Opfernden beizuwohnen.

 

Das Fotografieren war für den Berliner zunächst nebensächlich, zugleich schwierig und gefährlich: um nicht aufzufallen, die Blicke auf sich zu ziehen, entstanden viele Aufnahmen verdeckt oder aus dem fahrenden Auto heraus. Dabei konnte er sich nur einer kleinen, einfachen Kamera bedienen. In Lagos verhaftete und verhörte man ihn, als er auf der Straße eine Gruppe von Muslimen fotografierte; in Benin musste er vor Männern flüchten, die allein seine Kamera als Bedrohung empfanden.

 

Teile des südlichen Nigerias gehörten einst zum Königreich Dahomey; dort hat auch das Voodoo (heute oft JuJu genannt) seinen Ursprung. Während in den Nachbarländern Benin Republik und Kamerun diese Religion im Leben der Einheimischen noch immer eine zentrale Rolle spielt, wurde sie von den Kirchen der christlichen Erweckungsbewegungen und einem radikalen, gewaltbereiten Islam an den Rand gedrängt, verfolgt, zerstört. Aber auch die beiden religiösen Bewegungen sind seit Jahrzehnten im Krieg – tagtäglich kommt es zu Ausschreitungen, sterben Menschen im Namen eines Glaubens. Um diesen „Krieg der Religionen“ geht es in NIGERIA TRANSFER – um selbsternannte Propheten und Schadenszauber, um Egunguns, Hexenkräfte, Wunderheiler, Missionare, Mörderbanden und Menschenhändler.

 

Trotz allen Elends: auf dem Cover von NIGERIA TRANSFER sind einige Frauen nach der Maniok-Ernte zu sehen, deren Lachen ansteckend und bezaubernd ist. Vielleicht zeigt es die Hoffnung, ihren Kindern den Mut und die Kraft mitgeben zu können, mit denen sie mehr als nur überleben...

 

(Das Auswärtige Amt zählt Nigeria zu den derzeit gefährlichsten Länder der Welt und rät dringend vor Reisen in diese Region ab.)

NIGERIA TRANSFER

 

"Whenever I walked through the streets of Benin City or Lagos, people would call me Eboh, which means "white man" in the Edo language. Little children would run to their mothers in tears and fear, because they had never seen a white man before, or maybe only on television." (T. Knoefel)

 

 HELL NIGERIA should be the original title of this book. But since the "place of eternal damnation" belongs to the Christian doctrine alone, it was later changed to NIGERIA TRANSFER - and yet: This land, says Thomas Knoefel, seems to be lost for the next thousand years. And there really would have to be a God to save what people can no longer save. Cities like Lagos or Benin City are urban cesspools of faeces, garbage, noise and stench. Neglected and in rags, street children lurk around; everywhere you see dilapidated houses, broken cars. The poverty of the people and the violence are within reach. In this publication, an unembellished, brief portrait of this conflict-torn country is vividly presented.

 

Thomas Knoefel originally travelled to Nigeria for an initiation: His head was to be "opened" to the voodoo god Ogun and his Xango was to be celebrated with gifts and invocations. Through his friendship with a Nigerian priest, he was able to be part of some ceremonies and magical rituals that are otherwise only accessible to initiates; presumably no white person before him had ever been allowed to attend a festival for the goddess Ayelala, in her sanctuary, in the midst of those seeking help.

 

Photography was at first of secondary importance to the Berliner, but at the same time difficult and dangerous: in order not to attract attention, many pictures were taken undercover or from a moving car. He could only use a small, simple camera. In Lagos, he was arrested and interrogated while photographing a group of Muslims on the street; in Benin, he had to flee from men who felt that his camera alone was a threat.

 

Parts of southern Nigeria once belonged to the kingdom of Dahomey; this is also where voodoo (now often called JuJu) has its origins. While in the neighbouring countries of Benin Republic and Cameroon this religion still plays a central role in the life of the natives, it was marginalised, persecuted, destroyed by the churches of Christian revivalist movements and a radical, violent Islam. But the two religious movements have also been at war for decades - every day there are riots, people die in the name of a faith. This "war of religions" is what NIGERIA TRANSFER is about - self-proclaimed prophets and damage spells, Egunguns, witchcraft, miracle healers, missionaries, murder gangs and human traffickers.

 

Despite all the misery: on the cover of NIGERIA TRANSFER you can see some women after the cassava harvest, whose laughter is contagious and enchanting. Maybe it shows the hope to give their children the courage and strength to more than just survive...

 

(The German Foreign Office considers Nigeria to be one of the most dangerous countries in the world at present and strongly advises against travelling to this region).

 



Thomas Knoefel (l.) mit Ogum Priester Dr. Aba, Benin City, 2016
Thomas Knoefel (l.) mit Ogum Priester Dr. Aba, Benin City, 2016

 

 

 

Thomas Knoefel wurde in Ost-Berlin geboren und floh in den siebziger Jahren nach Westdeutschland. Er studierte Medizin und Philosophie. Zunächst Mediziner, später Verleger und Schriftsteller. Er sammelte viel Erfahrung in Magie und Okkultismus, praktizierte lange Zeit Candomblé de Ketu, eine Schwesterreligion des Voodoo.

Zuletzt erschien 2019 sein Buch "Okkultes Brevier" beim Verlag Matthes & Seitz Berlin.

 

Am 23. November 2019 schied er aus freier Entscheidung aus dem Leben.

Thomas Knoefel was born in East Berlin and fled to West Germany in the seventies. He studied medicine and philosophy. First a medical doctor, later Publisher and writer. He gained a lot of experience in magic and occultism, practiced Candomblé de Ketu, a sister religion of Voodoo, for a long time. His last book "Okkultes Brevier" was published in 2019 by Matthes & Seitz Berlin.

 

On 23 November 2019 he departed from life of his own free will.



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Rezension


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THOMAS KNOEFEL - NIGERIA TRANSFER

Text und Fotografie

Hardcover. 15,3 x 18,5 cm.

160 Seiten 

Sprache: Deutsch

ISBN 978-3-947451-00-5

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THOMAS KNOEFEL - NIGERIA TRANSFER

35,00 €

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Buchpremiere vom 9. Dezember 2017 in der Photo Edition Berlin.

Der Autor spricht über die Entstehung des Buches.

Länge: 8.13 min



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