ROBERT VAN DER HILST


Chinese Interiors


Der 1940 in Amsterdam geborene Robert VAN DER HILST verfolgt - neben seinen journalistischen Tätigkeiten u. a. für Merian, Stern, Geo - das Thema der Interieurs in fernen Ländern. Seine ersten Arbeiten entstanden in den siebziger Jahren in Mexiko, weitere Fotoprojekte ab 2001 in Kuba und seit 2004 in verschiedenen Provinzen Chinas und Japan. VAN DER HILST lebte meist mehrere Jahre in den jeweiligen Ländern seiner Wahl. Durch langjährige Aufenthalte in Kuba, Kanada, Lateinamerika, Japan oder China gelingt es ihm, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.

 

Der Fotograf lässt intime Bildserien für das Verständnis der Porträtierten entstehen, besonders vor dem Hintergrund der kulturellen Gepflogenheiten jenes Landes. In seinen Fotografien offenbart sich der Alltag der Menschen in ihren Gesichtern und Körpern, als auch in den inszenierten Interaktionen in den sonst eher schwer zugänglichen Privaträumen.

 

Das Shanghai Art Museum eröffnete im April 2010 VAN DER HILSTs Einzelausstellung mit den "Chinese Interiors" Fotografien.

 

“Innenräume, Wohnzimmer, Interieurs: Man könnte sie als das nach außen gestülpte Innenleben ihrer Bewohner definieren. Die Möbel, die Bilder an den Wänden, der Nippes rundherum oder auch die Kargheit eines Ortes: Erzählt das nicht in der Summe eine Menge über den oder die, welche ein Haus bevölkern. Indem van der Hilst die Personen miteinbezieht, schafft er so etwas wie einen Dialog zwischen Raum und Nutzer, ein Doppelporträt vielleicht, eine visuelle Tautologie voller Details, die mit den Augen zu erkunden den Reiz seiner Bildfindungen ausmacht. Dabei nutzt er natürliches Licht, Streiflicht, das an Vermeer erinnert. Ein Verweis, den van der Hilst ohne weiteres akzeptiert. Auch das Erdige vieler seiner Bilder verweist klar auf eine Tradition.

 

Dass er inszeniert, streitet er nicht ab. Wobei sich das Inszenieren auf die Positionierung der Personen im Raum beschränkt. Gegenstände hingegen wurden nicht addiert oder entfernt. Das Interieur als gewachsene Kulisse für ein ausgreifendes Sittenbild, eine Archäologie des Alltags. Bilder sind dies voller Ruhe und Konzentration. Konzentration auf einen deutlichen Weltausschnitt. Konzentration aber auch, was die Binnengrammatik der Bilder betrifft. „Stillleben“ könnte man sagen, was im Gegensatz zur französischen „Nature morte“ Menschen im Bildraum zu gestatten scheint. Fotografierend überwindet van der Hilst die Grenze von Außen nach Innen, von Öffentlich zu Privat. Sein Privileg nutzt er nicht, um zu enthüllen, sondern um sichtbar zu machen. Er lässt den Menschen ihren Stolz und ihre Würde, auch wenn sie noch so bescheiden leben. Er macht Stil kenntlich, auch wenn der noch so ärmlich ist.

 

Van der Hilsts Bilderkosmos ist ein Epos, das man lesen muss, eine Erzählung, die sich erst dank intensiver Lektüre voll erschließt.”

 

Hans-Michael Koetzle

ROBERT VAN DER HILST, who was born in Amsterdam in 1940, pursues - beside his journalistic work (amongst others for Merian, Stern, Geo) - the subject of interiors in foreign countries. His first works were born in the Seventies in Mexico, and were followed by additional photo projects in Cuba from 2001 onwards, and then from 2004 onwards in different Chinese Provinces as well as in Japan.

 

VAN DER HILST lived for many years in these countries. Through the long time he spent in Cuba, Canada, Latin America, Japan or China he manages to gain the trust of the people. The Photographer is capable therefore of creating intimate picture series, taking into account the cultural specificities of each country, and resulting in images which the subjects of the photos can relate to.

 

He manages to capture the day to day life of the people through facial expressions and body postures as well as through scenes of human interaction in the usually difficult to access private spaces.

 

The Shanghai Art Museum opened in April 2010 with VAN DER HILST’s solo show of Chinese Interiors.

 

Artist statement by Robert van der Hilst:

 

When I started working on my "Chinese interiors" photography project in June 2004, about a year after having finished my "Cuban Interiors" project, I believed that I could take the same approach in China as in Cuba.....photographing people inside their homes, meeting them, getting to know them, positioning them as, I, the photographer, saw them, inside their homes. And most importantly, speak with these people in their language and blend into their lives for a short period of time. It did not turn out like that at all in China. I do not speak the language and to a large extent I am ignorant of their culture. Soon after embarking on the project I realized that I would not be able to blend into these people’s lives as easily. Their reactions upon seeing a very tall man and his camera equipment at their doorstep made me realize that this was not going to work. I felt like an alien arriving at these people’s doorstep.



Edition:

 

131 x 110 cm

Limited Edition: 5 + 1AP

 

67 x 80 cm

Limited Edition: 10 + 1AP

 

42 x 60 cm

Limited Edition: 15 + 1AP

 

Hahnemühle Fine Art Prints



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