Trauer um Herbert W. Franke

 

 

 

 

 

 

Bild: Florian Voggeneder/laif

Von Claudia Koestler

 

Der Physiker, Science-Fiction-Autor, Medienkünstler, Höhlenforscher, Mitbegründer der Ars Electronica und Vordenker des Metaverse Herbert W. Franke ist tot. Der in Österreich geborene, aber in Egling lebende Franke ist nach Angaben seiner Ehefrau Susanne Päch am Samstag gestorben. Er wurde 95 Jahre alt. Der 1927 in Wien geborene Franke studierte nach dem Kriegsende Physik, Mathematik, Chemie, Psychologie und Philosophie. Franke suchte immer nach bekannten oder auch neu entdeckten mathematischen Prinzipien, um sie für seine Experimente in der Kunst einzusetzen. Für Franke war klar, dass es Aufgabe des Künstlers ist, neue Technologien mit ihrer großen gesellschaftlichen Bedeutung auf ihr kreatives Potenzial hin zu untersuchen. Denn sie sollten "nicht nur von Technokraten, dem Kommerz oder gar dem Militär vorbehalten bleiben", wie er einmal erklärte.

 

Franke, der als einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren gilt, war auch Mitglied der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland und schrieb Werke wie "Der grüne Komet" oder "Zentrum der Milchstraße". Auch Lehraufträge hatte er, unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Akademie der Bildenden Künste in München. Das österreichische Bundeskulturministerium verlieh ihm 2007 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

 

Päch meldete sich nach dem Tod ihres Ehemannes auf dessen Twitteraccount zu Wort. "Herbert nannte sich gerne den Dinosaurier der Computerkunst", schrieb sie. Er sei in dem Wissen gestorben, dass eine Gemeinschaft von Künstlern und Kunstbegeisterten seine Arbeit zutiefst schätzen und sich um seine Kunst und sein Vermächtnis kümmern. Zu seinem 95. Geburtstag am 14. Mai 2022 widmete ihm die Landes-Kultur GmbH Oberösterreich eine umfassende Ausstellung im Francisco Carolinum in Linz, die erst vor wenigen Tagen endete. Zudem hatte Franke den Krypto-Kunstmarkt erobert und einige seiner Werke als NFTs versteigern lassen, um damit eine Stiftung zu gründen, die sein Vermächtnis in die Zukunft führen soll.

 

Erschienen am 17.07. 2022 in der Süddeutschen Zeitung

By Claudia Koestler

 

Physicist, science fiction author, media artist, speleologist, co-founder of Ars Electronica and mastermind of the Metaverse Herbert W. Franke is dead. Franke, who was born in Austria but lived in Egling, died on Saturday, according to his wife Susanne Päch. He was 95 years old. Born in Vienna in 1927, Franke studied physics, mathematics, chemistry, psychology and philosophy after the end of the war. Franke was always looking for known or even newly discovered mathematical principles to use in his experiments in art. For Franke, it was clear that it was the artist's task to examine new technologies with their great social significance for their creative potential. For they should "not be the preserve of technocrats, commerce or even the military", as he once explained.

 

Franke, who is considered one of the most important science fiction authors, was also a member of the writers' association PEN Germany and wrote works such as "The Green Comet" or "Centre of the Milky Way". He also held teaching positions, including at the Ludwig Maximilian University and the Academy of Fine Arts in Munich. The Austrian Federal Ministry of Culture awarded him the Austrian Cross of Honour for Science and Art 1st Class in 2007.

 

Päch spoke out on her husband's Twitter account after his death. "Herbert liked to call himself the dinosaur of computer art," she wrote. She said he died knowing that a community of artists and art enthusiasts deeply appreciated his work and cared about his art and legacy. For his 95th birthday on 14 May 2022, the Landes-Kultur GmbH Oberösterreich dedicated a comprehensive exhibition to him at the Francisco Carolinum in Linz, which ended just a few days ago. In addition, Franke had conquered the crypto-art market and had some of his works auctioned off as NFTs to set up a foundation to carry his legacy into the future.

 

Published on 17.07. 2022 in the Süddeutsche Zeitung



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