MATTHIAS LEUPOLD


Matthias Leupold. 1983 - 1988
Szenische Photographien: 1983 - 1988
Matthias Leupold. Fahnenappell
Fahnenappell
Die Schönheit der Frauen. Matthias Leupold
Die Schönheit der Frauen


MATTHIAS LEUPOLD

SZENISCHE PHOTOGRAPHIEN 1983 - 1995

 

Die Photo Edition Berlin präsentiert ab dem 24. Februar  2018  die Ausstellung des Berliner Künstlers Matthias Leupold.

 

Vernissage: 24. Februar 19-21 Uhr

 

Der Künstler ist anwesend.

 

Mit einer Rede von Ekkehard Maaß.

 

Dauer der Ausstellung: vom 26. Februar - 16. Mai  2018

MATTHIAS LEUPOLD

STAGED PHOTOGRAPHS 1983 - 1995

 

The gallery Photo Edition Berlin presents from 24 February 2018 the exhibition of the Berlin artist Matthias Leupold.

 

Vernissage: 24th February 19-21 o' clock

 

The artist is present.

 

With an opening speech by Ekkehard Maaß. 

 

Duration of exhibition: 26th February - 16th May 2018



Matthias Leupold ist kein Dokumentarfotograf, so "realistisch" seine Bilder auch erscheinen mögen. Die Realität seiner Bilder ist immer inszeniert.

 

Geboren 1959 in Ost-Berlin, lebte er dort im Bezirk Prenzlauer Berg bis zu seiner Auswanderung in den westlichen Teil der Stadt 1986. Seit 1983 arbeitet er an Bildern, inszeniert mit Schauspielern Gegenwelten zum ostdeutschen Alltag. Seine Recherchen und die Auseinandersetzung mit deren Normen und Konventionen führten ihn dazu, Bilder der "Realität hinter der Realität" zu suchen und Themen, die außerhalb der öffentlichen und propagierten Selbstvergewisserung liegen.

 

In der Ausstellung zeigen wir eine Auswahl von Einzelwerken der Szenischen Fotografien aus den Jahren 1983- 1995, als auch die Serien "Fahnenappell" und "Die Schönheit der Frauen".

 

Die Rede zur Eröffnung hält Ekkehard Maaß, der den Literarischen Salon in Berlin-Prenzlauer Berg 1978 gründete und zu einem der wichtigsten Treffpunkte einer Künstlergeneration wurde, die sich 10 Jahre vor dem Ende der DDR von der sozialistischen Ideologie lossagte.

Matthias Leupold is not a documentary photographer, however "realistic" his pictures may appear. The reality of his pictures is always staged.

 

Born in East Berlin in 1959, he lived there in the district of Prenzlauer Berg until his emigration to the western part of the city in 1986, where he has been working on pictures since 1983, staged with actors and directed counter worlds to everyday life in East Germany. His research and examination of their norms and conventions led him to look for images of "reality behind reality" and topics that lie outside public and propagated self-assurance.

 

In the exhibition we show a selection of individual works of the staged photographs from 1983-1995, as well as the series "Fahnenappell" and "Die Schönheit der Frauen".

 

The opening speech will be given by Ekkehard Maaß, who founded the Literarische Salon in Berlin-Prenzlauer Berg in 1978 and became one of the most important meeting places for a generation of artists, who, 10 years before the end of the GDR, had abandoned their socialist ideology.




MATTHIAS LEUPOLD

 

Video der Eröffnung "SZENISCHE PHOTOGRAPHIEN 1983 - 1995"

am Samstag, den 24. März 2018

mit einer Rede von Ekkehard Maaß.

 

Länge: 16.14 min  

MATTHIAS LEUPOLD

 

Video of the opening "STAGED PHOTOGRAPHS 1983 - 1995"

on Saturday, 24 March 2018

with a speech by Ekkehard Maaß.

 

Length: 16.14 min  



Leupolds künstlerisches Ausdrucksmittel sind die szenische Fotografie und der Dokumentarfilm. In seinen seriellen Arbeiten geht Leupold Erscheinungsformen von Bildgruppen und deren gesellschaftlichen Bezügen auf den Grund. 1988/89 re-analysierte er künstlerisch die III. Deutsche Kunstausstellung – Dresden, 1953. Dabei wurden Bilder des Beginns des DDR-Formalismusstreits aufgegriffen und fotografisch re-inszeniert. 1994 zeigte das Militärhistorische Museum in Dresden diese Fotografien am Ort des damaligen Geschehens. In einer weiteren schwarz-weißen Bildfolge wurde der Ideologiegehalt der deutschen Zeitschrift Die Gartenlaube um 1911/12 aufgegriffen und mit Requisiten, Hintergründen und historischer Kleidung re-inszeniert.

 

Neben den Serien fotografiert Leupold Einzelbilder und Tableaus, in denen emotionale Themen wie Einsamkeit, Heimkehr, Verletzung, Schutzbedürftigkeit, Überfluss und Verschwendung wie auch tagesaktuelle, gesellschaftliche Ereignisse und Beobachtungen verdichtend visualisiert werden. Die Bildvorgaben der realen Welt und deren reine Dokumentation als Schaubühne allein genügten Leupold zunächst nicht. Spielräume für seine Arbeiten sind Naturlandschaften, urbane Plätze und Interieurs, die er in Zusammenarbeit mit Laien, Fotomodellen und Schauspielern interpretiert. Inspiration erfährt er durch die unerhörte Begebenheit, den genius loci und in dem Beobachten menschlicher Beziehungen. Ebenso wenig wie Leupold als Fotograf ein zufälliger Augen- oder Zeitzeuge ist, bezieht er den Betrachter in seine künstlerische Arbeit mit ein: undistanziert und emotional teilhabend.

 

Inspirationsquellen von Leupold sind insbesondere Michelangelo, Hans Baldung Grien, Lucas Cranach der Ältere, Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften und Leonardo da Vinci.

 

1997/1998 war Leupold für ein Jahr Stipendiat in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. Die dort und vor allem im Latium entstandenen Aufnahmen sind geprägt von Kunstwerken der italienischen Renaissance, dem südlichen Licht und den Farben des mediterranen Landes.

 

2003/2004 zeigte Leupold eine erste Retrospektive: Die Vergangenheit hat erst begonnen, die in sieben Institutionen in Deutschland präsentiert wurde, u.a. im Kunstmuseum Moritzburg Halle /Saale und in der Kunsthalle Erfurt (Katalog Schaden Verlag, Köln)

 

Er war an den Ausstellungen Kunst in der DDR in der Berliner Nationalgalerie 2003, Berlin-Moskau/ Moskau-Berlin, Moskau 2004 und Übergangsgesellschaft. Porträts und Szenen 1980-1990 in der Akademie der Künste 2009 sowie Geschlossene Gesellschaft in der Berlinischen Galerie 2012 beteiligt.

 

Die fotografische Sammlung des Kunstmuseum Moritzburg Halle archiviert etwa einhundert Silbergelatineprints des Künstlers. Weitere Abzüge befinden sich u.a. im San Francisco Museum of Modern Art, Bibliothéque Nationale, Paris und der Berlinischen Galerie.

 

Neben Hans-Hendrik Grimmling, Maler, Cyrus Khazali, Designer und Claus Bennefeld, Kaufmann, war Leupold Mitgründer (2006) und Rektor (2007–2014) der BTK Berliner Technischen Kunsthochschule, die 2017 im Art and Design Departament der University of Applied Sciences Europe aufging. 

 

Von 2011 bis 2015 erarbeitete Leupold den Dokumentarfilm Lighter than Orange – The Legacy of Dioxin in Vietnam, in dessen Mittelpunkt die Biografien vietnamesischer Kriegsveteranen stehen. Als Opfer des Einsatzes dioxinhaltiger Entlaubungsmittel durch die Vereinigten Staaten sind sie besonders betroffen von den Folgen des Vietnamkrieges in den 1960er und 1970er Jahren. In der Folgezeit entstanden weitere Dokumentarfilme.

 

www.leupoldfilmproduction.berlin

 


 

Über den Künstler:

 

Matthias Leupold, Sohn von Harry Leupold, Berliner Bühnen- und Szenenbildner, (1928–2013) und der Modegestalterin Willfriede Leupold, (geb. Lotz, 1922–2012), wuchs in Berlin-Prenzlauer Berg auf. Nach Verhaftungen (u.a. Februar 1982 Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in Hohenschönhausen) und Ausstellungsschließungen (März 1986: Bauhaus Dessau, Mai 1986: Studentenclub der Hochschule für Bildende Künste Dresden) siedelte Leupold legal im Herbst 1986 nach Westberlin über. Dort studierte er an der Hochschule der Künste (HdK) in Berlin Visuelle Kommunikation mit den Abschlüssen Diplom-Designer und Meisterschüler. Seit 1985 ist er freischaffender Fotograf in den Bereichen Kunst sowie Medien und Industrie. Seit 2007 ist Leupold Professor für künstlerische Fotografie und digitale Bildmedien an der University of Applied Sciences Europe (früher: BTK Berliner Technischen Kunsthochschule).

 

Leupold ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) und der Deutschen Fotografischen Akademie.

In his series of works, Leupold explores manifestations of picture groups and their social references. In 1988/89, he initiated the Flag Raising Ceremony – Staged Photographs of The Third German Art Exhibition in Dresden 1953, to analyze the year 1953 artistically. Thereby, the pictures of this strict beginning of the formalism debate are taken up and restaged photographically. In 1994, Leupold succeeded to exhibit his visual criticism in the Military Historical Museum in Dresden, where he first began his career. His work hung in the same house in which this far-reaching demonstration of power took place in 1953. Another black and white picture series is inspired by the ideological content of the German magazine Die Gartenlaube (Editor: Ernst Keil) and restaged with effortful characteristics, backgrounds and current clothes.

 

Aside from his series, Leupold photographs numerous frames. Actors, models and laymen made chances for his camera productions. Personal and socially relevant topics like solitude, homecoming, protection, neediness, abundance and waste, as well as current events are reflected.

 

Some of his photographs make specific content references to a novel by Robert Musil Der Mann ohne Eigenschaften (The Man without Qualities).

 

Matthias Leupold stayed in the German Academy, Villa Massimo in Rome, from 1997-1998. The mostly color photographs, which were taken there, are characterized by observations of southern light on chapels, sculptures and Madonna Portraits.

 

Most recently, he strayed from his staged photography roots, and roamed into the realm of documentary, creating a full-length film about Vietnamese veterans and their families in the aftermath of Agent Orange usage in the Vietnam war (2012/13).

 

Matthias Leupold represents a unique figure in the artistic landscape. This is expressed in his contributions to the exhibitions: Art in the GDR, Berlin National Gallery 2003 and Berlin-Moscow/Moscow-Berlin 2004, in Moscow 2004,  portraits and scenes 1980-1990 in the Akademie der Künste 2009 and Geschlossene Gesellschaft in the Berlinische Galerie 2012.

 

When it comes to defining Leupold's work and elaborations, one summarizes in three polar tensions: between statics and dynamics, between contemplation and narration, between comic and symbol. In the pictures, these dimensions and categories do not fall apart but merge partly or completely together.


biography 

 

since 2007

Professor and (since 2010) director of photography studies

 

2007–2014

Rector of the BTK

 

1992–1994

Master student with Professor Ludwig Thürmer, Hochschule der Künste Berlin (today UdK)

 

1987–1992

Diploma course in visual communication at the Hochschule der Künste Berlin (today UdK)

 

1959

born in Berlin

 

Awards

2008

Bronze Award, Best Photographer of the Year, Lianzhou Photo Festival, China


About the artist:

 

Matthias Leupold completed his photographic education at the D.E.F.A. studio for feature films in Potsdam-Babelsberg. in the early eighties, he started staging photographs in order to express his interest in both photography and film. At first small exhibitions in East Berlin were tolerated by the GDR government. More extensive exhibitions for example at Bauhaus in Dessau and University of Fine Arts in Dresden were forbidden. In 1986, threats of arrest and condemnation influenced his decision to move from East Berlin to West Berlin. He started studying Visual Communications in 1987 at the Berlin University of the Arts (UdK), completing his degree as a master student. He has traveled to many places, including America and Asia, in order to exhibit his work and to photograph in very diverse places.

 

Leupold is a member of the German Society for Photography (DGPh) and the German Photographic Academy.




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