CLAUS STOLZ - Heliographien & Kammerspiel


Claus Stolz - Serie #1
Serie #1
Claus Stolz - Serie #2
Serie #2
Claus Stolz - Serie #3
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Claus Stolz - Serie # 4
Serie #4

Claus Stolz - Serie #5
Serie #5
Claus Stolz - Grüne Serie
Grüne Serie
Claus Stolz - Heliografien
Heliografien
Kammerspiel
Kammerspiel


Heliographien

Heliographs


Die erste Fotografie der Welt mit dem Titel "Blick aus dem Fenster bei Le Gras" wurde 1826 von Nicéphore Niépce aufgenommen. Er bezeichnete diese frühen fotografischen Arbeiten als "Heliographen". Damals waren die physiochemischen Eigenschaften der neuen Technik noch nicht genau definiert. Heute führt der deutsche Fotograf Claus Stolz die Arbeit von Niépce fort, hat sie aber auf eine neue Ebene gebracht. Stolz arbeitet seit über zwanzig Jahren mit dieser Technik, die er in Anlehnung an seinen Vorgänger "Heliografie" nennt. Mit Belichtungszeiten von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden greifen die Strahlen der Sonne das lichtempfindliche Material an, ein sorgfältig dosierter zerstörerischer Prozess. In den berstenden, schmelzenden und kristallisierenden Schichten des Films entstehen einzigartige Welten vielfältiger Farbigkeit und filigraner Strukturen. Groteske Monsterköpfe, bizarre Fratzen und surreale Gebilde präsentieren sich. Durch die gezielte Einwirkung von Hitze wird der Bildträger zum Objekt, zu einem kleinformatigen, statuarischen Kunstwerk, vergleichbar mit den geschlitzten und perforierten Leinwänden Lucio Fontanas in den 60er Jahren. Spuren von Zeit und Energie verschmelzen auf dem lichtempfindlichen Papier und werden so auf faszinierende Weise sichtbar und spürbar. Die Ergebnisse hängen von verschiedenen Faktoren ab - von den verwendeten Materialien, der Belichtungszeit, den Kameraeinstellungen, der Intensität des Sonnenlichts und den vorherrschenden klimatischen Bedingungen (z.B. Unterbrechungen der Belichtungsspur durch Wolken). Und schließlich natürlich die sorgfältige Kontrolle der Entwicklung des Films. Mit selbstgebauten Geräten und Linsen mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter werden Spuren der Sonnenenergie in das Filmmaterial eingebrannt. Anschließend werden die Aufnahmen vergrößert und auf Papier gedruckt oder die Filmblätter werden direkt in Leuchtkästen gezeigt. Oder die Film Dias selbst werden auf große Wände projiziert. 

 

Im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung markiert Stolz' Arbeit einen festen Platz in der Geschichte der Fotografie und ihrer Weiterführung alter Techniken in neuen Formen. Sie wurden in zahlreichen internationalen Museen und Institutionen gezeigt. Claus Stolz *1963 lebt und arbeitet in Mannheim.

LensCulture

The world's first photograph, titled "View from the Window at Le Gras", was taken by Nicéphore Niépce in 1826. He termed these early photographic works "Heliographs". At the time, the physiochemical properties of the new technology had not yet been defined exactly. Today, German photographer Claus Stolz carries on Niépce's work but has pushed it to new extremes. Stolz has been using this technique for over twenty years—a technique he calls "heliography," as a nod to his originary predecessor. Using exposure times ranging from a few seconds up to several hours, the rays of the sun attack the photosensitive material, a carefully measured destructive process. Unique worlds of manifold color schemes and delicately structured designs originate within the bursting, melting and crystallizing layers of film. Grotesque monster heads, bizarre grimaces and surreal formations present themselves. Through the focused action of heat, the image carrier becomes the object, a small-scale piece of statuary art comparable to the slashed and perforated canvasses of Lucio Fontana in the 60's. Traces of time and energy are merged onto the photosensitive paper and thus grow intriguingly visible and palpable. The results depend on various factors—materials used, exposure time, camera settings, the intensity of the sun light and the prevailing climatic conditions (e.g. interruptions of the exposure trace by clouds). And finally, of course, careful control of how the film develops. Traces of solar energy are burnt into the film material using self-constructed devices and lenses with a diameter of up to one meter. Afterwards, the shots are enlarged and printed on paper or the film sheets are directly shown in light-boxes. Or, the film slides themselves are projected onto hangar-sized walls.  

 

In the age of digital imaging, Stolz's work marks a stalwart position in the history of photography and its continued use of old techniques in new forms. They have been shown in numerous exhibitions in international museums and institutions. Claus Stolz, born in 1963, lives and works in Mannheim. 

LensCulture

 

 


Kammerspiel

Chamber Play


Natürliche Schönheit und künstliche Schönheit werden von Claus Stolz in irritierenden, absurden Arrangements neu gemischt und re-kontextualisiert. Echte und künstliche Pflanzenteile werden mit ausgewählten Fundstücken und Alltagsgegenständen aus dem Atelier in Beziehung gesetzt. Manchmal innerhalb eines Bildes, manchmal aber auch, fast schon perfide, nicht nur in, sondern auch zwischen den Bildern zu lesen und sie ständig mit den Bildern im Kopf zu vergleichen. Vergänglichkeit trifft auf "ewiges Leben", täuschend echte Mohnblüten sitzen auf eigentlich echten Stängeln einer anderen Pflanzenart. Rote, weiße oder rosa Rosenblüten aus Wachs auf natürlichen oder "unechten" Rosenstielen: Imitierte Blumen, eigentlich als Grabschmuck gedacht, als Zeichen dauerhafter und haltbarer, intimer wie praktischer Erinnerung. Rosa Silikonformen, die für die Herstellung von floraler Kuchendekoration gedacht sind. Oder Chrysanthemen Blüten, die durch spezielle Tinkturen in mehreren Farben gefärbt sind und zum Schutz in einer Netzröhre zum Verkauf angeboten werden. Die Blumenkrone einer Sonnenblume, eine Amaryllis Blüte, von uns abgewandt. Wahrnehmung und Erinnerung werden ein wenig getäuscht. Schließlich haben wir sie nie wirklich so wahrgenommen. Einem Blumenstrauß würden wir das nicht durchgehen lassen. Die Sujets werden von dem Künstler unprätentiös und analog auf schwarzem Karton arrangiert und in Blossfeldt'scher Strenge mit extremer Detail- und Tiefenschärfe fotografiert. Aufgenommen, wie es unser Auge, nicht die Kamera, zu sehen gewohnt ist. Präpariert von Stolz aus dem Hintergrundrauschen der Dinge, multipliziert mit unserer alltäglichen Ambivalenz. So unterlaufen diese Fotografien die der Fotografie immanente Bestimmung, nur Oberfläche zu sein. Jede Fotografie eine kleine Inszenierung, ein Kammerspiel, eine Poesie der Dinge. 

Natural beauty and artificial beauty are remixed and recontextualized in irritating, absurd arrangements by Claus Stolz. Real and artificial plant parts are brought into relation with selected found objects and everyday objects from the studio. Sometimes within a picture, but sometimes, almost perfidiously, not - so it means reading not only in, but also between the pictures and constantly comparing them with the images in one's head. Transience meets "eternal life", deceptively real poppy blossoms sit on actually real stems of another plant species. Red, white or pink rose blossoms made of wax on natural or "fake" rose stems: Imitation flowers, actually intended as grave decorations, as tokens of lasting and durable, intimate as well as practical remembrance. Pink silicone molds, made for making floral cake deco. Or chrysanthemum flowers dyed in several colors by special tinctures, offered for sale in a net tube for protection. The corolla of a sunflower, an amaryllis blossom, turned away from us. Perception and memory are a little fooled. After all, we have never really perceived them that way. We wouldn't let a bouquet of flowers get away with that. The subjects are arranged by the artist unpretentiously and analogously on black cardboard and photographed in Blossfeldtian rigor with extreme detail and depth of field, almost hyperreal. Shot as our eye, not the camera, is accustomed to seeing. Prepared by Stolz from the background noise of things multiplied by our everyday ambivalence. Thus these photographs subvert the photography-immanent determination to be only surface. Each photograph a small staging, a chamber play, a poetry of things. 



Auswahl der Editionen

SELECTION OF EDITIONS


Sun #250 B
ab 600,00 €
Sun #311
ab 600,00 €
Sun #225 D
ab 600,00 €
Sun #252
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Sun #228 C
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Sun #191
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Sun #178
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Green Sun #B
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